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18.06.2019

Big Data in den Lebenswissenschaften: Land fördert drei Projekte an Universität und UMG

Forschungsvorhaben zur digitalen Ausrichtung der Lebenswissenschaften erfolgreich - Förderung über drei Jahre

Universität und Universitätsmedizin Göttingen (UMG) waren im Rahmen der Ausschreibung „Big Data in den Lebenswissenschaften der Zukunft“ des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) und der VolkswagenStiftung drei Mal erfolgreich. Unter den 16 geförderten innovativen Forschungsprojekten aus insgesamt 54 eingereichten Anträgen sind eine Forschungsgruppe der Universität und zwei der UMG. Die Mittel stammen aus dem Niedersächsischen Vorab der VolkswagenStiftung. Die Gesamtfördersumme für alle 16 ausgewählten Projekte liegt bei rund 18 Millionen Euro.

Die geförderten Big-Data-Projekte von Universität und UMG:

Deep-Learning Methoden für Assoziationsstudien der transkriptomischen und systemischen Dynamik in morphogenetisch aktiven Geweben

In dieser Initiative arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Informationstheorie, der Theoretischen Neurowissenschaft, der Transkriptomik sowie der Zell- und Entwicklungsbiologie zusammen, um erstmals Bildgebungs- und Expressions-Daten zu kombinieren und so die Zusammenhänge zwischen der Genexpression einzelner Zellen und dem Verhalten von Zellverbünden zu verstehen. Ziel ist die Automatisierung der dynamischen Geweberekonstruktion aus großflächigen Live-Bildgebungs­daten mittels Deep-Learning, um Einzelzellen an Schlüsselstellen des Embryos in Echtzeit identifizieren und transkriptomisch analysieren zu können.

Koordinatoren des Projekts sind Prof. Dr. Fred Wolf, Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation Göttingen und Bernstein Center for Computational Neuroscience Göttingen, und Prof. Dr. Michael Wibral, Abteilung Datengetriebene Analyse biologischer Netzwerke der Universität Göttingen. Außerdem beteiligt sind Forscherinnen und Forscher aus der Entwicklungsbiochemie und dem Transkriptomanalyselabor der UMG. Die beantragte Fördersumme beträgt knapp eine Million Euro über drei Jahre.

Lesen Sie mehr in der Pressemitteilung der Universität.


Informationsströme bei der Entstehung von Organen und Geweben. Im Verlauf der Embryonalentwicklung (links) bilden sich alle Organe und Gewebe aus einer einzigen befruchteten Eizelle durch eine verwickelte Abfolge von Zellteilungen, Zellwanderungen und Formveränderungen. Einzelne Zellen tauschen dabei eine Vielfalt von Signalen aus, die auch die Umsetzung genetischer Anweisungen koordinieren können (rechts; Desoxyribonukleinsäure, DNS). Die hiermit verknüpften Informationsflüsse stehen im Mittelpunkt des Vorhabens ‚Deep-Learning Methoden für Assoziationsstudien der transkriptomischen und systemischen Dynamik in morphogenetisch aktiven Geweben‘. Die Ergebnisse sollen langfristig zur Entwicklung von stammzellbasierten, medizinischen Therapien und Diagnostika beitragen. Abbildung der Stadien der Embryonalentwicklung von Drosophila (links, modifiziert aus Chhetri et al. 2015).

Foto: Philip J. Keller (HHMI)