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Press release of

21.03.2017


Birds of a feather flock together


Researchers from Göttingen, Marseille and Yale show gender bias in science

Science aims to be objective; its validity universal, its result validated without regard to the scientist’s personal characteristics. Researchers from the Max Planck Institute and the Bernstein Center for Computational Neuroscience in Göttingen (Germany), the CNRS in Marseille (France) and Yale University analyzed whether reality in science lives up to this ideal. Their study has been published in the journal eLife. Based on a large data set of more than 40.000 articles published in the last 10 years they conclude that during the peer review process especially male editors select male reviewers to assess an article’s merit. Hence, female scientists are participating even less in the scientific publishing process than expected by their numerical underrepresentation alone.

Do women review?

The researchers analyzed a core aspect of science called “peer review”. During the publication process every manuscript is assessed by other scientists, which are unknown to the authors. Reviewers are selected manually by editors of the journals in which publication is sought. The article will only be published after a positive evaluation regarding quality, relevance and methodology by typically several independent reviewers and its content will then be considered a scientific fact. Scientists therefore consider peer review the lifeblood of research in academia and it is imperative that reviewers are assigned exclusively based on their scientific expertise, without regards to a scientist’s personal characteristics. This is, unfortunately, not always the case as a group of researchers discovered in a multi-disciplinary data set of more than 40000 articles published in the last 10 years. Using tools from statistics and graph theory the researchers could show for the first time that across disciplines women are underrepresented in the assessment of research articles. Beyond that, they discovered that both male and female editors have a same-gender preference when appointing reviewers.  
 

Directed graph representing peer-reviewer interactions

This phenomenon, known in sociology as homophily, is well known from daily experience. Finding homophily in peer review shows novel aspects of gender bias in science. This form of discrimination undermines the integrity of science and goes far beyond numerical underrepresentation of female scientists.

Please read more in the press release of the MPI DS and in Nature News.

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Gleich und Gleich gesellt sich gern! 


Forscher aus Göttingen, Marseille und Yale zeigen geschlechtsbezogene Verzerrungseffekte in der Wissenschaft


Die Wissenschaft hat den Anspruch objektiv zu sein; ihre Gültigkeit ist überpersönlich, ihre Erkenntnisse erworben ohne Ansehen der Person. Forscher vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation und dem Bernstein Zentrum für Computational Neuroscience in Göttingen, der Universität von Marseille und der amerikanischen Yale Universität gehen in einer jetzt in der Zeitschrift eLife erschienenen Studie der Frage nach, ob die Wirklichkeit des Wissenschaftsbetriebs diesem Idealbild gerecht wird. Zur Beantwortung der Frage nahmen sie erstmalig einen sehr großen Datensatz von über 40.000 repräsentativen Fachartikeln der vergangenen 10 Jahre als Grundlage. Ihr Fazit: Während des für die Wissenschaft höchst bedeutsamen Publikationsprozesses wählen besonders männliche Editoren bevorzugt männliche Gutachter zur Qualitätssicherung der Fachartikel aus. Dadurch sind Wissenschaftlerinnen noch weniger am Publikationsprozess beteiligt als durch ihren ohnehin schon geringeren Anteil zu erwarten ist.

Begutachten auch Wissenschaftlerinnen?

Die Forscher untersuchten  einen Kernaspekt der wissenschaftlichen Tätigkeit, den sog. Peer Review. Während des Publikationsprozesses wird jede wissenschaftliche Arbeit von anderen, den Autoren unbekannten Wissenschaftlern, auf Qualität, Relevanz, und Methodik geprüft. Die Gutachter/innen („Reviewer“) werden von den Herausgebern der wissenschaftlichen Zeitschriften, den Editoren, händisch ausgewählt und um Gutachten gebeten. Erst nach einer positiven Begutachtung der Arbeit durch meist mehrere unabhängige Reviewer wird der Artikel in den Druck gegeben. Durch diesen Prozess wird der Artikel formal veröffentlicht und sein Inhalt als wissenschaftlicher Fakt anerkannt. Peer Review ist also Lebensblut und Stützpfeiler des Wissenschaftsbetriebes. Entsprechend kritisch ist, dass Reviewer ausschließlich aufgrund ihrer wissenschaftlichen Qualifikation ausgewählt werden. Insbesondere sollte die Auswahl der Gutachter - wie die Wissenschaft selbst - ohne Ansehen der Person geschehen. Das ist leider nicht der Fall wie die Forscher in einem für ihre Studie erhobenen Datensatz von über 40.000 in den letzten 10 Jahren veröffentlichten repräsentativen Fachartikeln aus vielerlei Wissenschaftsgebieten entdeckten. Die Forscher benutzten für ihre Analyse Methoden der Statistik und der Netzwerktheorie und konnten damit erstmals zeigen, dass über Disziplinen hinweg insbesondere Wissenschaftlerinnen nicht in dem Maße am Peer Review beteiligt sind, wie zu erwarten wäre. Mehr noch, sie entdeckten, dass sowohl Editoren als auch Editorinnen Reviewer des gleichen Geschlechts bevorzugen. Dieses Phänomen wird in der Soziologie als Homophilie bezeichnet und ist aus dem täglichen Leben wohl bekannt. Homophilie im Peer-Review Prozess zu finden, zeigt nun neuartige Aspekte von Diskriminierung aufgrund des Geschlechts in der Wissenschaftswelt. Diese Form der Diskriminierung unterminiert die Wissenschaft und geht weit über den geringeren Anteil von Wissenschaftlerinnen hinaus.


Bitte lesen Sie mehr in der Pressemitteilung des MPI DS und in Nature News.