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22.01.2015

Feinmotorik für Roboterhände

Neurowissenschaftler des Deutschen Primatenzentrums können Greifbewegungen der Hand durch die Aktivität verschiedener Gehirnzellen vorhersagen

Schnürsenkel binden, den Kaffee umrühren, Briefe schreiben, Klavier spielen. Von alltäglichen bis hin zu anspruchsvollen Tätigkeiten: Unsere Hände benutzen wir so häufig wie kein zweites Körperteil. Durch die ausgeprägte Feinmotorik sind wir in der Lage, Greifbewegungen mit unterschiedlicher Präzision und Kraftverteilung anzuwenden. Diese Fähigkeit ist ein grundlegendes Merkmal der Primatenhand. Wie Handbewegungen im Gehirn geplant werden, war bis jetzt noch weitgehend unklar. Stefan Schaffelhofer, Andres Agudelo-Toro und Hansjörg Scherberger vom Deutschen Primatenzentrum (DPZ) konnten mit ihrer jüngsten Forschung an Rhesusaffen zeigen, wie verschiedene Greifbewegungen im Gehirn gesteuert werden. Anhand elektrophysiologischer Messungen in jenen Hirnarealen, die für die Planung und Umsetzung von Handbewegungen verantwortlich sind, konnten die Wissenschaftler eine Vielzahl von Handstellungen durch die Analyse genau dieser neuronalen Signale vorhersagen. In ersten Anwendungsversuchen konnten die so entschlüsselten Grifftypen auf eine Roboterhand übertragen werden. Die Ergebnisse der Studie sollen künftig in die Entwicklung von Neuroprothesen einfließen, um gelähmten Patienten die Wiedererlangung von Handfunktionen zu ermöglichen (The Journal of Neuroscience, 2015).

Lesen Sie mehr in der Pressemitteilung des DPZ (in Deutsch)