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10.12.2014


Weiterer Leibniz-Preisträger für Göttinger Bernstein Zentrum

Prof. Dr. Tobias Moser erhält bedeutendsten deutschen Forschungspreis


Wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) heute mitteilte, wird der Göttinger Neurowissenschaftler Prof. Dr. Tobias Moser vom Bernstein Zentrum für computergestützte Neurowissenschaften (BCCN) und Bernstein Fokus Neurotechnologie (BFNT) der Universität Göttingen den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2015, den wichtigsten deutschen Forschungspreis, erhalten. Die DFG würdigt den Forscher für seine herausragenden und innovativen Beiträge zur zellulären und integrativen Neurowissenschaft. Mit dieser Auszeichnung an ein leitendes Mitglied des Göttinger Bernstein Zentrums wird auch dessen Pionierarbeit gewürdigt, das dann drei Leibniz Preisträger (zusammen mit den Professoren Geisel und Treue) zu seinen Mitgliedern zählt. Moser ist Professor für auditorische Neurowissenschaft an der Universitätsmedizin Göttingen.

Tobias Moser ist es in den vergangen Jahren auf beeindruckende Weise gelungen, neue Konzepte und Herangehensweisen für das Verständnis des Hörens zu entwickeln, die ungewohnt tiefe Einblicke in neurobiologische Phänomene zulassen. Er hat höchst präzise experimentelle und computergestützte Methoden entwickelt, um wichtige wissenschaftliche und medizinische Fragen zu beantworten. Wie werden im Innenohr Schallsignale in Informationen umgewandelt, die im Gehirn weiterverarbeitet werden können? Und wie lässt sich dieses Wissen zum Vorteil schwerhöriger Menschen nutzen? Mosers bahnbrechende Untersuchungen zur Arbeitsweise der Haarsinneszellen und ihrer Synapsen im Innenohr haben im Laufe der vergangenen 14 Jahre oft überraschende Antworten hierzu gegeben. Moser hat zum Beispiel Krankheitsmechanismen der Schwerhörigkeit aufgedeckt und das Konzept der synaptischen Schwerhörigkeit beim Menschen entwickelt. Im Rahmen des Göttinger Bernstein Fokus Neurotechnologie entwickelte er jüngst eine Methode, den Hörnerv optisch anzuregen. Diese Methode verspricht Menschen, bei denen die Funktionsweise des Innenohres stark gestört ist, in der Zukunft das Hören durch ein optisches Cochlea Implantat zu ermöglichen.

Diese und weitere Arbeiten Mosers haben maßgeblich zu dem Ansehen beigetragen, welches die Göttinger Neurowissenschaften weltweit genießen. Moser ist eine Schlüsselfigur für die einzigartige Forschungsinfrastruktur, die Göttingen auf diesem Gebiet bietet: Er ist Sprecher des Göttinger Sonderforschungsbereichs 889 „Zelluläre Mechanismen sensorischer Verarbeitung“,und Vorstandsmitglied des Bernstein Zentrums, das vor einem Jahrzehnt gegründet wurde und seither Fördermittel von mehr als 20 Mio. Euro einwerben konnte. Durch seine gelungene Integration von theoretischen und experimentellen Neurowissenschaften und herausragende wissenschaftliche Leistungen hat das Zentrum weltweit Maßstäbe für die Neurowissenschaften des 21. Jahrhunderts gesetzt.

Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ist der wichtigste Forschungsförderpreis in Deutschland. Ziel des Leibniz-Programms ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern. Der Preis ist mit bis zu 2,5 Millionen Euro dotiert.


Der Göttinger Neurowissenschaftler Prof. Dr. Tobias Moser erhält den Leibniz-Preis 2015.


Zur Pressemitteilung der DFG.