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01.12.2015

Florentin Wörgötter elected into DFG Review Board

During the election for the German research Foundation (DFG) review boards for the period of 2016 - 2019, eight members of the Bernstein Network have been elected into six different review boards.
According to the preliminary result published by the DFG on November 26, 2015, Florentin Wörgötter (BCCN and BFNT Göttingen) and Jan Benda (BCCN Tuebingen and Munich) were selected for the review boards of the section "Systems Neuroscience, Computational Neuroscience, Behavior". Hence, Florentin Wörgötter accedes his second term in this panel being a very experienced and competent member of the review board.

The election took place from October 26 to November 23, 2015.

The DFG review boards evaluate proposals to fund research projects. They also monitor the review process to ensure that uniform standards are being observed. Their advice is also taken on issues concerning the further development and refinement of the DFG funding programmes.

Announcement of the preliminary result of the Review Board election 2015 by the DFG (in German).

Information on DFG Review Board election (in German).


23.11.2015

Kein Kabelsalat im Gehirn

Das Gehirn nutzt keine zufälligen, sondern vermutlich selbstorganisierte Netzwerke zur visuellen Informationsverarbeitung

Unser Gehirn ist eine rätselhafte Rechenmaschine. Milliarden von Nervenzellen sind darin so verschaltet, dass sie Information vergleichbar effizient ablegen, wie Bücher in einer gut sortierten Bibliothek geordnet werden. Doch bislang sind viele Details unklar, beispielsweise nach welchen Regeln die Nervenzellen des Gehirns miteinander verknüpft werden und wie die Informationen darin organisiert sind. Ein internationales Team um Forscher des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation und Bernstein Centers for Computational Neuroscience in Göttingen hat nun herausgefunden, dass es sich dabei nicht um zufällige Verschaltungen handelt. Diese Möglichkeit hatten Wissenschaftler in den vergangenen Jahren in Erwägung gezogen, weil rein zufällig verschaltete Netzwerke in Computern gut funktionieren. Um die Hypothese zu überprüfen, hat das Team um die Max-Planck-Forscher untersucht, ob das Gehirn zufällige neuronale Verbindungen für die Verarbeitung visueller Reize nutzt. Dazu berechneten sie Vorhersagen, die auf der Hypothese zufälliger Verschaltungen beruhen. Die Ergebnisse verglichen sie dann mit Präzisionsmessungen der Gehirnarchitektur verschiedener Säugetiere. Das Ergebnis: zufällige Verschaltungen reichen nicht aus, um Netzwerke des Gehirns zu erklären. Die Forscher gehen davon aus, dass sich anfänglich zufällige Verbindungen in der Sehrinde durch selbstorganisierte Lernprozesse zu einem wohlgeordneten Netzwerk umformen. Dem Zufall bleibt dabei letztlich wenig überlassen.

Die Nervenzellen im menschlichen Gehirn sind miteinander verschaltet und bilden einen scheinbar undurchschaubaren Kabelsalat. Allein in einem nur einen Kubikmillimeter großen Würfel menschlichen Hirngewebes sind mehrere Kilometer Nervenkabel verlegt. Ein Teil dieser Verbindungen könnte vom Zufall bestimmt sein, denn Zufallsnetzwerke können zumindest theoretisch sehr effizient Information verarbeiten. Nehmen wir das visuelle System: In der Netzhaut befinden sich eine Millionen Nervenzellen, die visuelle Information für die mehr als 100 Millionen Zellen in der Sehrinde bereitstellen. Die Sehrinde ist der Teil des Gehirns, in den Nervenreize von der Netzhaut zuerst gelangen.

 
Zufällig geknüpft? Im Fluoreszenzmikroskop wird das weitgehend zufällige Netzwerk sichtbar, das Nervenzellen in einer Zellkultur bilden. Ob die Nervenzellen im Gehirn zufällig verschaltet werden, hat ein internationales Team um Forscher des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation und Bernstein Centers for Computational Neuroscience (BCCN) Göttingen untersucht.



In der Sehrinde werden verschiedene Aspekte wie etwa die räumliche Orientierung, Farbe und Größe von Objekten aus der visuellen Welt getrennt voneinander verarbeitet. Das ist vergleichbar damit, dass sich Bücher in einer Bibliothek leichter finden lassen, wenn sie nicht nur nach der alphabetischen Reihenfolge ihrer Titel, sondern gleichzeitig nach Genre und der alphabetischen Ordnung ihrer Autoren sortiert werden. Diese verschiedenen Kriterien für die Sortierung von Büchern werden in der Bibliothek an unterschiedlichen Orten berücksichtigt, wenn sie auch kaum zufällig verteilt sein dürften,.

Ganz ähnlich können auch die verschiedenen Facetten unserer visuellen Wahrnehmung in der Sehrinde an verschiedenen Orten abgelegt werden. Und diese Orte könnten zufällig verteilt sein. Mathematische Beweise haben gezeigt, dass eine zufällige Verteilung der Information über unterschiedliche Eigenschaften eines Gegenstandes in Computern besonders gut geeignet ist, um die Eigenschaften deutlich voneinander zu trennen, und zwar umso mehr, je mehr Eigenschaften berücksichtigt werden.

Benachbarte Zellen reagieren auf ähnlich orientierte Kanten

„Dass zufällige Verschaltungen in Nervensystemen tatsächlich existieren, haben Neurobiologen vor zwei Jahren im Geruchssystem der Fruchtfliege experimentell gezeigt“ erklärt Manuel Schottdorf, Forscher am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation. Ob aber das Gehirn von Säugetieren die möglichen Vorteile zufälliger Verschaltungen tatsächlich ausnutzt, oder ob es eher auf selbstorganisierte Nervennetze setzt, war bislang unklar. Das Durcheinander aller neuronalen Verbindungen im Gehirn zu entwirren, ist bisher unmöglich. Daher bediente sich das Team, dem neben den Max-Planck-Wissenschaftlern um Fred Wolf auch Kollegen der Rockefeller University in New York und der Duke University in North Carolina angehörten, einer alternativen Methode: Die Forscher analysierten die Funktionsweise der Schaltkreise in der Sehrinde und zogen daraus Rückschlüsse über deren Aufbau.

Wie Neurobiologen bereits seit längerem wissen, helfen uns Nervenzellen in diesem Teil des Gehirns unter anderem, die Kanten von Objekten zu erkennen. Jede Nervenzelle bevorzugt dabei eine Orientierung von Kanten, auf die sie besonders stark reagiert, beispielsweise senkrechte, waagrechte, oder schräge. Benachbarte Zellen favorisieren meistens ähnliche Kantenorientierungen. Eine Ausnahme bilden einzelne Punkte, sogenannte Orientierungszentren, in denen die bevorzugten Orientierungen der umgebenden Zellen wie die Flügel eines Windrädchens zusammentreffen.

Zufallsverschaltungen exakt berechnet

Wie viele dieser Zentren existieren und wie sie im Gewebe verteilt sein müssten, wenn die Idee der Zufallsverschaltungen gilt, haben die Göttinger Wissenschaftler exakt berechnet. Diese Vorhersagen unterschieden sich jedoch von der tatsächlichen Verteilung der Orientierungszentren, die Präzisionsmessung offenbarten. Die Messungen nahmen die Max-Planck-Forscher in Zusammenarbeit mit Experimentatoren der Duke University vor. Unter anderem beobachteten die Forscher dabei in einem bestimmten Volumen von Nervenzellen weniger Orientierungszentren, als die Berechnungen für zufällige Verknüpfungen ergaben. Zufällige Verschaltungen können die tatsächliche Anordnung der Orientierungszentren im Gehirn also nicht erklären. Modelle, in denen sich die Netzwerke selbstorganisiert formen, können dagegen nicht nur die Anzahl sondern auch die sehr komplexe räumliche Anordnung der Zentren präzise nachbilden.

Die Forscher schließen nicht aus, dass anfangs zufällige Verbindungen vorhanden sein können, wenn sich das Gehirn entwickelt. Durch visuelle Erfahrung und die dynamische Umbildung von Nervenverbindungen reorganisiert sich das Gehirn jedoch so weitgehend, dass von den anfänglichen Verbindungen wohl kaum etwas übrig ist. „Die Selbstorganisation der Schaltkreise im Gehirn ist nach unserer Studie die plausibelste Theorie für die Feinstruktur der Schaltkreise des visuellen Systems.“, erklärt Wolfgang Keil, der am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation promovierte und gegenwärtig an der Rockefeller University forscht. Zu dieser Erkenntnis passt, dass Säugetiere, also auch wir Menschen, erst nach der Geburt sehen lernen. Für den vollen Durchblick reichen zufällige Netzwerke, wie sie anfangs möglicherweise vorhanden sind, offenbar nicht aus.


03.11.2015

Bernstein Cinema - Ex Machina

On 16th December, the Bernstein Centers Göttingen in cooperation with Unikino Göttingen are going to show the movie "Ex Machina" (original version (OMU), in English).

The event is opened by Prof. Florentin Wörgötter, Professor for Computational Neuroscience, University of Göttingen. After the movie he will be available for a discussion.

Location:   Lecture hall 011, ZHG, University of Göttingen, Platz der Göttinger Sieben 5.
Date:         Wednesday, December 11, 2013 - 8:00 pm.





29.09.2015


Newsletter September 2015

Contents:

  • Focussing on: Simulation Lab Neuroscience / Bernstein Facility for Simulation and Datenbase Technology

  • Recent Publications: Fine Tuning in the Brain – Input Matters !

  • Meet the Scientist: Interview: Sonja Grün and Markus Diesmann

  • News and Events: Personalia – Bernstein Coordination Site visits Research Centre Jülich – 7th Bernstein Sparks Workshop – SMART START – Multilateral Collaboration in Computational Neuroscience: Germany-USA-Israel-France – Pro-Test Germany

    Download [PDF]

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Inhalt:

  • Im Fokus: Simulation Lab Neuroscience / Bernstein Facility für Simulations- und Datenbanktechnologie

  • Aktuelle Publikationen: Feintuning im Gehirn – Der Eingang zählt!

  • Wissenschaftler im Porträt: Im Interview: Sonja Grün und Markus Diesmann

  • Mitteilungen und Termine: Personalia – Bernstein Koordinationsstelle besucht Forschungszentrum Jülich – 7. Bernstein Sparks Workshop – SMART START – Multilaterale Zusammenarbeit in Computational Neuroscience: Deutschland-USA-Israel-Frankreich – Pro-Test Deutschland

    Download [PDF]


20.08.2015

Bernstein Conference

September 14-17, 2015

Heidelberg/Mannheim, Germany


The Bernstein Conference is the Bernstein Network's central forum that has developed over time into the biggest European Computational Neuroscience conference, attracting an international audience from across the world. It is organized by members of the Bernstein Network at annually changing locations and offers a broad overview over the topics of Computational Neuroscience and Neurotechnology.

This year´s conference is organized by the Bernstein Center for Computational Neuroscience (BCCN) Heidelberg/Mannheim and will take place in Heidelberg.

One of the satellite workshops (no. 12) is organized by Tim Gollisch (BCCN Göttingen) and Stefano Panzeri (Istituto Italiano di Tecnologia).


Please find more information on the Bernstein Conference Website.



26.08.2015

13th Summer Course on Computational Neuroscience


poster

Please find more information here.


31.07.2015

Erfolgreicher Brückenschlag – Hörforscher Tobias Moser wird Max Planck Fellow

Tobias Moser, Direktor des Instituts für Auditorische Neurowissenschaften der Universitätsmedizin Göttingen, ist zum Max Planck Fellow am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie (MPI-BPC) berufen worden. Auf gemeinsamen Vorschlag des MPI-BPC und des Max-Planck-Instituts für Experimentelle Medizin (MPI-EM) erhält der Wissenschaftler mit dieser Auszeichnung Mittel und Infrastruktur für eine zusätzliche Arbeitsgruppe. Sein Fellowship wird Tobias Moser zum 1. Januar 2016 an beiden MPI antreten.


Lesen Sie mehr in der Pressemitteilung des MPI-BPC (in Deutsch).

10.07.2015


Walter Stühmer awarded with Kenneth S. Cole Award 2015

Walter Stühmer, together with two more scientists, was awarded with the 2015 Cole Award of the Membrane Biophysics Subgroup from the Biophysical Society. Stühmer is being recognized for his pioneering contributions to structure-function studies of voltage-gated sodium channels. The prestigious award is named in honor of Kenneth S. Cole, a well-known biophysicist and a founder of the Biophysical Society.

 





Picture: Max-Planck-Institute for Experimental Medicine, Göttingen

Stühmer received his masters and doctorate in Physics from the Technical University Munich, Germany. In 1983, following a postdoctoral stint in the Department of Physiology and Biophysics at University of Washington, he became a group leader in the Max Planck Institute for Biophysical Chemistry, Göttingen, Germany. He is currently the Director of the Department Molecular Biology of Neuronal Signals at the Max Planck Institute for Experimental Medicine, Germany.

Stühmer pioneered structure-function studies of voltage gated sodium channels and CNG channels. In the late 1980s he was at the forefront of the molecular biology revolution in ion channel structure and function, and he helped develop Xenopus oocytes as an expression system for ion channel genes and for biophysical characterization of the expressed channels – some of the work was done with Bert Sakmann and some with Shosaku Numa. Some his most notable findings include, amongst other things, identifying the charged S4 segment of voltage-gated channels, pinpointing the TTX and STX binding site in Na channels, measuring gating currents of expressed channels, and examining determinants of sodium ion channels selectivity. He developed the “loose patch” technique and was the first person to use TIRF (Total Internal Reflection Fluorescence Microscopy) microscopy to study exocytosis. More recently, he has turned his attention to understanding regulation of Eag channels and their role in tumor biogenesis and cell proliferation. Stühmer has strong record of service and has served in many international scientific committees and editorial boards of journals like Current Opinion in Neurobiology and European Biophysical Journal.


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Walter Stühmer wurde mit dem Kenneth S. Cole Award 2015 ausgezeichnet

Walter Stühmer erhielt gemeinsam mit zwei weiteren Wissenschaftlern den Kenneth S. Cole Award 2015, welcher im Rahmen der 59. Jahrestagung der Biophysical Society in Baltimore, USA, verliehen wurde. Stühmer wurde damit für seine bahnbrechenden Studien zu Struktur-Funktionsbeziehungen von spannungsgesteuerten Natriumkanälen ausgezeichnet. Die angesehene Auszeichnung ist nach Kenneth S. Cole, einem bekannten Biophysiker und Gründer der Biohysical Society, benannt.

Stühmer hat sein Diplom und Doktor in Physik an der Technischen Universität München, Deutschland erworben. Nach seiner Zeit als Postdoktorand in der Abteilung für Physiologie und Biophysik an der Universität von Washington wurde er 1983 Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen, Deutschland. Derzeit ist er Direktor der Abteilung Molekulare Biologie neuronaler Signale am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin, Göttingen, Deutschland.

Stühmer leistete im Rahmen von Struktur-Funktionsstudien an spannungsgesteuerten Natrium- und CNG- (cyclic nucleotide -gated cation) Kanälen Pionierarbeit. In den späten 1980er Jahren war er an der Spitze der Revolution auf dem Gebiet der Molekularbiologie von Ionenkanal-Struktur  und -Funktion, und wirkte bei der Entwicklung von Xenopus-Oozyten als Expressionssystem für die Ionenkanal-Gene sowie bei der biophysikalischen Charakterisierung der exprimierten Kanäle mit, wobei  ein Teil der Arbeit gemeinsam mit Bert Sakmann und ein Teil mit Shosaku Numa umgesetzt wurde. Einige seiner bemerkenswertesten Erkenntnisse schließen, neben anderem, die Identifizierung des geladenen S4-Segments von spannungsgesteuerten Kanälen, die Ermittlung der TTX und STX-Bindungsstellen in Natriumkanälen, die Messung von Steuerungsströmen exprimierter  Kanäle und die Untersuchung der Determinanten zur  Selektivität von Natriumionenkanälen ein. Er entwickelte die "loose-Patch-Technik" und war die erste Person, die TIRF- (Total Internal Reflection Fluorescence Microscopy) Mikroskopie anwendete, um die Exozytose zu studieren. In jüngerer Zeit hat er seine Aufmerksamkeit auf das Verständnis der Regulation von Eag-Kanälen und ihrer Rolle bei der Tumorbiogenese und Zellproliferation gerichtet. Stühmer wirkt in vielen internationalen wissenschaftlichen Gremien und Komitees von Fachzeitschriften wie Current Opinion in Neurobiology und European Biophysical Journal mit.


10.07.2015

Tobias Moser receives ERC Advanced Grant

Tobias Moser and Matthew Larkum have successfully applied for Advanced Grants of the European Research Council, ERC (Bernstein Network News August 2015).

Tobias Moser (BCCN and BFNT Göttingen) receives the grant for his project Cochlear Optogenetics for Auditory Research and Prosthetics. Within the framework of the project, he will develop new hearing prostheses, which will allow a light-based stimulation of nerve cells in the inner ear cochlea that is spatially more precise as current electrical cochlear implants. Thus, hearing will be improved.

The project Active dendrites and cortical associations of Matthew Larkum (associated with BCCN Berlin) will analyze the functioning of the brain and will study the hypothesis - that the exceptional performance of the cortex is derived from an associative mechanism at the cellular level embedded in the basic unit of the cortex, the pyramidal cells - using multiple experimental approaches. The research team will address processes that take place during sensory perception, memory formation and during sleep.

For their projects, the researchers will receive up to 2.5 million € over the next five years. In total, 2287 project applications were submitted and 190 were selected for funding.

ERC Advanced Grants allow exceptional established research leaders of any nationality and any age to pursue ground-breaking, high-risk projects that open new directions in their respective research fields or other domains.

Please read more in the press release of the National Bernstein Network and in the press release by the Universitätsmedizin Göttingen (in German).


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Tobias Moser erhält ERC Advanced Grant

Tobias Moser und Matthew Larkum haben sich jeweils erfolgreich um einen "Advanced Grant" des Europäischen Forschungsrats (European Research Council) beworben (Bernstein Netzwerk Nachrichten August 2015).

Tobias Moser (BCCN und BFNT Göttingen) erhält die Förderung für sein Projekt Cochlear Optogenetics for Auditory Research and Prosthetics. In dem Projekt wird er neue Hörprothesen entwickeln, die es erlauben, die Nervenzellen der Hörschnecke im Innenohr mit Licht räumlich präziser anzuregen als gegenwärtige elektrische Cochlea Implantate, und so das Hören zu verbessern.

Das Projekt Active dendrites and cortical associations von Matthew Larkum (assoziiert mit BCCN Berlin) geht der Funktionsweise des Gehirns auf den Grund und untersucht in vielfältigen experimentellen Ansätzen die Hypothese, dass die außergewöhnliche Leistung des Kortex von einem assoziativen Mechanismus abgeleitet wird, der auf zellulärer Ebene in die neuronale Grundeinheit des Kortex eingebaut ist – den Pyramidalzellen. Hierbei befasst sich das Forscherteam mit Prozessen, die während der sensorischen Wahrnehmung, der Gedächtnisbildung und im Schlaf stattfinden.

Für Ihre Projekte erhalten die Forscher jeweils bis zu 2,5 Mio. € über die nächsten fünf Jahre. Insgesamt wurden 2287 Projektanträge eingereicht und 190 zur Förderung ausgewählt.

ERC Advanced Grants ermöglichen außergewöhnlichen, renommierten und führenden Forschern jeder Nationalität und jeden Alters bahnbrechende Hochrisiko-Projekte zu verfolgen, die neue Wege in ihren jeweiligen Forschungsfeldern oder anderen Domänen öffnen.

Lesen Sie mehr in der Pressemitteilung des Nationalen Bernstein Netzwerks und in der Pressemitteilung der Universitätsmedizin Göttingen.


02.07.2015


Maximilian Puelma Touzel awarded with Sloan-Swartz travel fellowship

From 2008, the Bernstein Network and the Swartz Foundation award travel fellowships to doctoral students and postdocs as an exchange program to allow their young scientists to attend the annual conference of the partner organization.

This year, Maximilian Puelma Touzel from the Bernstein Center for Computational Neuroscience Göttingen was awarded with the Sloan-Swartz travel fellowship including a grant for travel expenses of 1,000 USD and free board and lodging during the annual meeting of the Sloan-Swartz Centers, which will take place from August 2 to 5, 2015  at Janelia Research Campus in Ashburn, Virginia, USA.

About the Swartz Foundation

In 1994, Jerome Swartz established the Swartz Foundation for Computational Neuroscience, to explore the application of principles from mathematics, physics and computer engineering in traditional neurobiology. The Foundation supports research initiatives at five US-American Sloan-Swartz Centers for Theoretical Neurobiology as well as research and education at six further selected locations in the US. The Swartz Foundation also sponsors conferences and workshops in the field of Computational Neuroscience. The exchange program between the Bernstein Network and the Sloan-Swartz Centers, was initiated by Hirsh Cohen (Scientific Director of the Swartz Foundation) and Andreas Herz (Coordinator of the Bernstein Center for Computational Neuroscience Munich).


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Maximilian Puelma Touzel erhält Sloan-Swartz Reisestipendium

Seit 2008 besteht zwischen dem Bernstein Netzwerk und den US-amerikanischen Sloan Swartz Zentren für theoretische Neurobiologie ein Programm, dass den gegenseitigen Austausch von Nachwuchswissenschaftlern zum Besuch der Jahreskonferenz der jeweiligen Partnerorganisation ermöglicht und Reisestipendien verleiht.

In diesem Jahr wurde Maximilian Puelma Touzel vom Bernstein Center for Computational Neuroscience Göttingen mit dem Sloan-Swartz Stipendium ausgezeichnet, welches  einen Zuschuss für die Reisekosten von 1.000 USD sowie freie Unterkunft und Verpflegung während der Tagung beinhaltet. Die diesjährige Tagung wird vom 2. bis 5. August 2015 auf dem Janelia Forschungscampus in Ashburn, Virginia, USA stattfinden.

Über die Swartz Foundation

1994 gründete Jerome Swartz die Swartz Foundation for Computational Neuroscience, um die Anwendung der Prinzipien aus Mathematik, Physik und Informatik in der traditionellen Neurobiologie zu erforschen. Die Stiftung unterstützt Forschungsinitiativen an fünf US-amerikanischen Sloan-Swartz Zentren für Theoretische Neurobiologie sowie Forschung und Lehre an sechs weiteren ausgewählten Standorten in den USA. Der Swartz Foundation sponsert auch Konferenzen und Workshops auf dem Gebiet der Computergestützten Neurowissenschaften. Das Austauschprogramm zwischen dem Bernstein Netzwerk und den Sloan-Swartz Zentren, wurde von Hirsh Cohen (Wissenschaftlicher Direktor des Swartz Foundation) und Andreas Herz (Koordinator des Bernstein Centers for Computational Neuroscience München) eingeleitet.


02.07.2015


Göttinger Doktoranden lernen, wie Sozialbeziehungen funktionieren

DFG fördert neues Graduiertenkolleg an der Universität Göttingen und dem Deutschen Primatenzentrum

In Göttingen wird zum 1. Oktober 2015 ein neues Graduiertenkolleg zum Thema „Verstehen von Sozialbeziehungen“ eingerichtet. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat eine Förderung von rund 3,7 Millionen Euro für viereinhalb Jahre zugesagt. Damit wird die Ausbildung von 24 Doktorandinnen und Doktoranden möglich.
Federführend bei der Antragstellung war Julia Fischer (BCCN Göttingen), die mit einer Brückenprofessur an der Universität Göttingen und dem Deutschen Primatenzentrum (DPZ) lehrt und forscht. Fischer wird dem Graduiertenkolleg in den nächsten Jahren als Sprecherin vorstehen.

Lesen Sie mehr in der Pressemitteilung des DPZ (in Deutsch).


01.07.2015


Julia Fischer elected Member of DFG Senate


On July 1, the General Assembly of the German Research Foundation (Deutsche Forschungsgemeinschaft, DFG) elected six new Senate members, among them Julia Fischer
(Bernstein Network News August 2015).

Julia Fischer (BCCN Göttingen) was elected into the DFG Senate for the field zoology.

Julia Fischer erhält Grüter-Preis 2013

© Oliver Möst


Please read more in the press release by the DFG (in German).

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Julia Fischer in DFG-Senat gewählt


Am 1. Juli wählte die Mitgliederversammlung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sechs neue Senatsmitglieder, darunter Julia Fischer (Bernstein Netzwerk Nachrichten August 2015).

Julia Fischer (BCCN Göttingen) wurde für den Bereich Zoologie in den Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gewählt.


Lesen Sie mehr in der Pressemeldung der DFG.



16.06.2015

Newsletter June 2015

Contents:

  • Recent Publications: Why some neurons “outsource” their cell body – Neurons with a sixth sense – How experience may lead to misperception – Bottleneck for space information – One brain area, two planning strategies – To go or not to go – Why grid cells show hexagonal activity patterns
  • Meet the Scientist: Siegrid Löwel
  • News and Events: Personalia – New Bernstein TV episode – Upcoming Sparks Workshops – G-Node Workshop – Advancement of Computational Neuroscience – NWG 2015 Meeting – Bernstein Springer book series in Computational Neuroscience

Download [PDF]

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Inhalt:

  • Aktuelle Publikationen: Warum manche Nervenzellen den Zellkörper „auslagern“ – Nervenzellen mit sechstem Sinn – Wie Erfahrung unsere Wahrnehmung trügen kann – Flaschenhals für räumliche Information – Ein Hirnbereich, zwei Planungsstrategien – Gehen oder nicht gehen – Warum Gitterzellen im Sechseck springen
  • Wissenschaftler im Porträt: Siegrid Löwel
  • Mitteilungen und Termine: Personalia – Neue Ausgabe von Bernstein TV – Anstehende Sparks Workshops – G-Node Workshop – Weiterentwicklung der Computational Neuroscience – NWG 2015 – Bernstein-Springer-Buchreihe in Computational Neuroscience

Download [PDF]


11.06.2015


Tomas Kulvicius appointed at University of Southern Denmark

  Tomas Kulvicius (BFNT and University of Göttingen) has been appointed assistant professor at the Center for BioRobotics at the Maersk Mc-Kinney Moller Institute of the University of Southern Denmark in Odense.



Picture: Dept. for Computational Neuroscience, Georg-August-Universität Göttingen,
Gisa Kirschmann-Schröder

Please read more in the press release by the National Bernstein Network


31.03.2015


Sprechen und Stottern von linker Hirnhälfte gesteuert

Göttinger Forscher klären, welche Hirnhälfte die Sprechvorbereitung steuert und finden Ursachen für Stottern. Veröffentlicht in „Brain“.

(umg) Fließend zu sprechen, kann eine Herausforderung sein – auch für politische oder mathematische Genies wie Winston Churchill oder Alan Turing. Neue Forschungsdaten von Wissenschaftlern aus Göttingen zeigen nun, wie Bewegungsbereiche des Gehirns das Sprechen vorbereiten, und was dabei bei Menschen gestört ist, die seit der Kindheit stottern. Die Ergebnisse überraschten: Anders als gedacht, spielt für das Sprechen vor allem die linke Hirnhälfte eine Rolle. Veröffentlicht sind die Untersuchungen in der März-Ausgabe der medizinischen Fachzeitschrift „Brain“.


Lesen Sie mehr in der Pressemitteilung der Universitätsmedizin Göttingen.

05.04.2015

4th Bernstein Sparks Workshop:

Beyond Mean-Field Theory in the Neurosciences

June 3 - 5, 2015, Göttingen

A theoretical understanding of neural activity in the brain requires powerful mathematical techniques capable of handling a, nonlinear and noisy behavior. Throughout the past decades, many approaches originally developed for theoretical physics were adapted for problems in the neurosciences. Perhaps one of the most successful techniques to be refitted is the so-called mean-field theory for population dynamics pioneered by Wilson and Cowan in 1972.  The Wilson‐Cowan approach was instrumental to many key findings and predictions in computational neuroscience. Later on, the theory was extended with the inclusion of second-order statistics by van Vreeswijik and Sompolinski (1996) describing the observed irregular activity of excitatory and inhibitory neurons in cortex, so-called the balanced state.

Although adapted mean‐field approaches are successful in providing a good base for many experimental and theoretical observations, their limited “averaging” scope fails to capture many important features of populations dynamics. For instance, phenomena that include spike dependent learning rules or network dynamics driven by external stimulations remain elusive. Moreover, it is unclear what mathematical techniques are needed to address these shortcomings.

This workshop will focus on the inherent difficulties of neural population dynamics problems and newly arising research topics. The meeting aims to serve as a forum for key researchers working with mean-field approaches and/or their emerging alternatives to exchange their tools and views.

Confirmed speakers:

  • Yonatan Aljadeff (UCSD, USA)
  • Carson C. Chow (NIH, USA)
  • John Hertz (Niels Bohr Institute, Denmark)
  • Brigit Kriener (U of Texas, USA)
  • Benjamin Lindner (BCCN und HU Berlin, Germany)
  • Duane Nykamp (U of Minnesota, USA)
  • Kanaka Rajan (Princeton U, USA)
  • Alfonso Renart (Champalimaud, Portugal)
  • Yasser Roudi (Kavli Institute, Norway)
  • Wilhelm Stannat (BCCN und TU Berlin, Germany)
  • Merav Stern (Columbia U, USA)
  • Mark Timme (BCCN und MPI-DS Göttingen, Germany)
  • Jonathan Touboul (INRIA, France)
  • Carl van Vreeswijk (CNRS, France)
  • Fred Wolf (BCCN und MPI-DS Göttingen, Germany)

Registration:

Attendance of the workshop is free but limited. Seats will be allocated on first-come-first-served basis. Please note that members of the Bernstein Network and the Bernstein Association will be given preference. Please register here.

Poster submissions are highly encouraged. Please submit your abstracts before April 15, 2015 here. You will be informed about your registration at the end of April 2015.

Due to the limited time and a schedule that promotes exchanges of advanced research ideas, talks are by invitation only. However, the organizers will try to allocate a few short talk slots for selected submitted abstracts.

Venue:
Max Planck Institute for Dynamics and Self-Organization
Göttingen
http://www.ds.mpg.de/2340/contact

Organizers:

  • Farzad Farkhooi (Institut  für  Mathematik,  Technische  Universität  Berlin  and BCCN Berlin, Germany)
  • Guillaume Lajoie (University of Washington Institute for Neuroengineering, Seattle, US and  MPI-DS & BCCN Göttingen, Göttingen,  Germany)

Organization:

  • Andrea Huber Brösamle (Bernstein Coordination Site)
  • Viktoria Novak (MPI for Dynamics and Self-Organization)
  • Regina Wunderlich (MPI for Dynamics and Self-Organization)
  • Kerstin Schwarzwälder (Bernstein Coordination Site)

30.03.2015


Den Synapsen bei der Arbeit zusehen

Göttinger Forscher beobachten Synapsenaktivität im Gehirn lebender Fruchtfliegen


(pug) Wissenschaftler der Universität Göttingen haben mit einer neuen Methode die Aktivität von Nervenzellen im Gehirn lebender Fruchtfliegen beobachtet. Bislang wurden Fragen nach der Synapsenaktivität in der Regel an Gewebepräparationen oder einzelnen, kultivierten Zellen erforscht. Mithilfe hochauflösender Multiphotonen-Mikroskopie konnten die Forscher nun erstmals verfolgen, wie bestimmte Synapsen im intakten Gehirn der Fruchtfliege Drosophila melanogaster auf Duftreize reagieren und wie sie sich verändern, wenn sie diesen Reizen über längere Zeit ausgesetzt sind. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Cell Reports erschienen.

Lesen Sie mehr in der Pressemitteilung der Universität Göttingen (in Deutsch)

22.03.2015

Göttinger Hörforschung weiter gestärkt

Neues Institut für Auditorische Neurowissenschaften an der UMG feierlich eröffnet.

(umg) Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat mit Jahresbeginn 2015 ein neues Institut für Auditorische Neurowissenschaften eingerichtet. Das neue Institut wird geleitet von Prof. Dr. Tobias Moser, Leibnizpreisträger des Jahres 2015, Sprecher des Sonderforschungsbereichs SFB 889 „Zelluläre Mechanismen sensorischer Verarbeitung“ und Leiter des InnenOhrLabors und des Audiologischen Zentrums der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Das neue Institut für Auditorische Neurowissenschaften befasst sich mit der Erforschung von molekularen und zellulären Grundlagen des Hörens bis hin zur Entwicklung gentherapeutischer und optogenetischer Ansätze für die Behandlung von Schwerhörigkeit. Die neue Forschungseinrichtung stärkt die vernetzte Hörforschung am „Göttingen Campus“.

Lesen Sie mehr in der Pressemitteilung der Universitätsmedizin Göttingen (in Deutsch)


17.03.2015

Newsletter March 2015


Contents:
  • Recent Publications: How gerbils orient in the light of the setting sun – Interplay of brain cells – Physical exercise keeps the brain young
  • Meet the Scientist: Klaus-Robert Müller
  • News and Events: Personalia – Gottfried Wilhelm Leibniz Prize for Tobias Moser – Bernstein Conference 2015 – Lower Saxony’s Prime Minister visits Bernstein Center Göttingen – Four Bernstein members elected into NWG executive committee – D-J  Collaborations – Leibniz Science Campus in Göttingen – Special issue of Biological Cybernetics – First edition of Bernstein calendar – Brain Awareness Week 2015

Download [PDF]



Inhalt:
  • Aktuelle Publikationen: Wie sich Rennmäuse im Licht der untergehenden Sonne orientieren – Zusammenspiel der Gehirnzellen – Sport hält auch im Alter jung
  • Wissenschaftler im Porträt: Klaus-Robert Müller
  • Mitteilungen und Termine: Personalia – Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis für Tobias Moser – Bernstein Konferenz 2015 – Niedersachsens Ministerpräsident besucht  Bernstein Center Göttingen – Vier Bernstein Mitglieder in NWG Vorstandschaft  gewählt – D-J Kooperationen – Leibniz-Wissenschaftscampus in Göttingen – Sonderausgabe Biological Cybernetics – Erster Bernstein Kalender – Brain Awareness Week 2015 03

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17.03.2015

Verlorene Handfunktion „bionisch“ rekonstruiert

Methode zur bionischen Rekonstruktion der Handfunktion erstmals chirurgisch bei drei Unfallopfern erfolgreich angewandt. Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen an der Entwicklung der Methode beteiligt.

(umg) Wenn die Armnerven aus dem Rückenmark gerissen sind, verlieren Arm und Hand ihre Funktionstüchtigkeit. Sie bleiben weitgehend unbrauchbar. Schwere Unfälle wie Motorrad- oder Kletterunfälle können zu solchen Verletzungen führen. Betroffenen kann mit konventionellen chirurgischen Methoden meist nicht mehr geholfen werden. Für eine „Re-Innervation“ von Unterarm und Hand ist die Entfernung zum Rückenmark zu groß.

Lesen Sie mehr in der Pressemitteilung der Universitätsmedizin Göttingen (in Deutsch)


06.03.2015

Mäuse-Sprache kommt ohne Großhirn aus

Göttinger Wissenschaftler zeigen, dass die Nager nicht geeignet sind, um das Erlernen von Sprache zu erforschen


Die menschliche Sprache ist einzigartig, wir können Dinge und Ideen bezeichnen und sind in der Lage, durch Kombination von Silben und Wörtern unendlich viele Äußerungen zu produzieren. Eine wichtige Voraussetzung für Sprache ist die Fähigkeit, Laute nachzuahmen, also akustische Information abzuspeichern und die eigene Lautgebung daran auszurichten. Kortikale Strukturen im Gehirn spielen dabei eine wichtige Rolle. Während Singvögel und auch einige meereslebende Säugetiere zur Nachahmung von Lauten fähig sind, gibt es bei landlebenden Säugetieren kaum Hinweise auf vokales Lernen – noch nicht einmal bei den uns so nah verwandten Schimpansen, die nur auf ein angeborenes Repertoire an Lauten zurückgreifen können. Um die Grundlagen des vokalen Lernens aufzuklären, gerieten in den letzten Jahren zunehmend Mäuse in den Fokus der Aufmerksamkeit. Sie sind näher mit dem Menschen verwandt als Vögel oder Delfine, vokalisieren viel, und es gibt zahlreiche sogenannte „Mausmodelle“, bei denen gezielt bestimmte Gene manipuliert werden können. Zudem gab es Hinweise darauf, dass Mäuse in gewissem Umfang zum vokalen Lernen befähigt sein könnten. Julia Fischer und Kurt Hammerschmidt vom Deutschen Primatenzentrum in Göttingen haben gemeinsam mit Kollegen vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie jedoch in ihrer jetzt veröffentlichten Studie gezeigt, dass Mäuse kein gutes Modell zur Erforschung von Sprache sind: Tiere, die aufgrund eines Gendefekts keine Großhirnrinde besitzen, unterscheiden sich in ihren Lautäußerungen nicht von gesunden Mäusen. Ihre Lautäußerungen werden also in evolutionär alten Hirnbereichen kontrolliert und sind nicht auf kortikale Verarbeitung angewiesen (Scientific Reports).

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26.02.2015

Ein Hirnbereich, zwei Planungsstrategien

Neurowissenschaftler am Deutschen Primatenzentrum weisen Planung für gefühlte und gesehene Armbewegungen nach.

Still hält der Speerfischer den Speer im Anschlag über der Wasseroberfläche. Er fixiert sein Ziel, den Fisch. Doch der Anblick täuscht: Wegen der Lichtbrechung an der Oberfläche sieht er den Fisch nicht dort, wo er tatsächlich schwimmt. Wie plant das Gehirn die korrekte Armbewegung? Spiegeln die Hirnzellen (Neurone) vor allem die Position wider, in der der Fisch gesehen wird, also das visuelle Ziel? Oder planen sie das physische Ziel, die tatsächliche Richtung, in die sich Arm und Speer bewegen müssen, um den Fisch zu treffen? Der Frage nach diesen unterschiedlichen Aspekten der Planung der Bewegung von Gliedmaßen sind Shenbing Kuang, Pierre Morel und Alexander Gail von der Forschungsgruppe Sensomotorik der Abteilung Kognitive Neurowissenschaften im Deutschen Primatenzentrum (DPZ) nachgegangen. Klar war, dass bestimmte Neuronen im Scheitellappen der Großhirnrinde für die Planung von Armbewegungen zuständig sind. Nur war unbekannt, ob die Neuronen beide beschriebenen Aspekte der Bewegungsplanung übernehmen und ob eine der beiden Planungsfunktionen überwiegt, falls sie nachweisbar sind. Die Ergebnisse der Göttinger Forscher zeigen: Die meisten Neuronen sind für die Kodierung des physischen Zieles zuständig, also der tatsächlichen und damit der gefühlten Bewegung des Arms. Unabhängig davon planen einige Neuronen im selben Hirnareal aber auch das visuelle Ziel, also die gesehene Bewegung (Cerebral Cortex 2015).

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24.02.2015


Biologische Datenübertragung: energieeffizient durch kurze Wege

Die Haarzellen des Innenohres übersetzen feinste Vibrationen in Nervenimpulse. Damit gehören sie zu den Zellen des menschlichen Körpers, die zu Höchstleistungen in der Lage sind. Durch genau aufeinander abgestimmte biophysikalische Prozesse gelingt es ihnen, akustische Signale in elektrische Impulse zu übersetzen, die dann ins Gehirn „gefunkt“ werden. Um das Gehirn jederzeit auf dem Laufenden zu halten, sind sie fähig im Millisekunden Takt Botenstoffe freizusetzen.Mit bisher unerreichter Präzision haben jetzt Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen, dem Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation und dem Bernstein Zentrum Göttingen untersucht, wie kurz die Wege tatsächlich sind, über die sich der wichtige Botenstoff Calcium innerhalb der Zelle ausbreitet und wie genau dieser Botenstoff dabei auf Kurs gehalten wird. Durch kurze Wege wird die Energieeffizienz der Zellen maximiert. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher in der amerikanischen Fachzeitschrift PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences of The United States of America).

Auf kurzen Wegen durch die Zelle

Sinnes- und Nervenzellen übertragen Informationen durch spezialisierte Zellkontakte, sogenannte Synapsen. Die Synapsen übertragen Informationen, in dem eine der Zellen in winzigen Bläschen (Vesikel) gespeicherte Botenstoffe freisetzt, die von der Nachbarzelle erkannt werden können. Die Anweisung zur Freisetzung der Botenstoffe gibt die „sendende “ Zelle mit Hilfe von Calciumionen. In ihrer Zellmembran befinden sich molekulare „Poren“, sogenannte Ionenkanäle, die die Erregung der Zelle registrieren und ab einem bestimmten Niveau Calciumionen in die Zelle einfließen lassen. In Haarzellen bilden diese Poren die entscheidende Übersetzungsmaschine zwischen den akustischen Signalen und den Nervenimpulsen, die ans Gehirn gesendet werden.

Um ihren Auftrag der Signalübertragung zu erfüllen, müssen die Calciumionen zügig ihre Empfängerstation auf dem Vesikel erreichen. Dieser molekulare Sensor befindet sich nach den Berechnungen der Max-Planck-Forscher weniger als 20 Nanometer (ca. 200 Atomdurchmesser) von der Eintrittsstelle der Ionen in die Zelle entfernt. Es ist physikalisch unvermeidlich, dass sich viele der Ionen als Irrläufer in die falsche Richtung bewegen oder über das Ziel hinausschießen. Ohne weitere Vorsichtsmaßnahmen würden diese fehlgeleiteten Ionen außerhalb der Kontaktstellen die Freisetzung von Botenstoffen auslösen – was jedoch wirkungslos ist, weil sie außerhalb der Synapse nicht erkannt werden können. Da nach jeder Freisetzung Vesikel und Botenstoffe aufwändig recycelt werden müssen, wäre eine solche Freisetzung am falschen Ort für die Zelle eine erhebliche Energieverschwendung.

Die neuen Ergebnisse der Göttinger Forscher zeigen, dass die Haarzellen im Innenohr spezielle Eiweiße, sogenannte Calciumpuffereiweiße, verwenden, um „fehlgeleitete“ Ionen einzufangen. Mit Hilfe einer großen Konzentration von drei verschiedenen Calciumpufferproteinen vermeiden die Zellen somit Energieverschwendung.

Zusammenspiel experimenteller und computergestützter Zellforschung

Um herauszuarbeiten was in der Haarzelle des Ohres bei der Freisetzung der Botenstoffe genau passiert, hat das Göttinger Forscherteam um die Professoren Tobias Moser und Fred Wolf genetische, zellbiologische und computergestützte Methoden zusammengeführt.

Ermöglicht wurden die Arbeiten durch eine von Professor Beat Schwaller entwickelte Triple-Knock-Out Maus, in der alle wesentlichen Calciumpufferproteine der Haarzellen genetisch entfernt wurden. Mit ihrer Hilfe  konnten Tina Pangrsic und Nicola Strenzke an der Universitätsmedizin Göttingen erstmals untersuchen, wie sich die Freisetzung der Botenstoffe und die neuronale Kodierung bei Abwesenheit der Calciumpuffer verändern. „Durch Messungen der Botenstoff-Freisetzung der Zelle stellen wir fest, dass bei der Triple-Knock-Out-Maus viel mehr der Vesikel freigesetzt werden“, sagt Tina Pangrsic. Das konnten die Forscher mit einer von Erwin Neher in Göttingen entwickelten präzisen Messmethode für die Zelloberfläche nachweisen, die sich mit jedem freigesetzten Vesikel um ein winziges Flächenstück vergrößert. „In den Hörnervenzellen – die über Synapsen den Botenstoff der Haarzellen erhalten – war diese zusätzliche Freisetzung jedoch nicht nachweisbar, sie verhielten sich völlig normal“, ergänzt Nicola Strenzke. „Im Inneren der Haarzelle wird also eine unnötig große Maschinerie in Gang gesetzt und Botenstoff auch außerhalb der Synapsen freigesetzt, wo er seine Wirkung nicht entfalten kann.“

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Auf kurzem Weg zum Ziel. Calciumionen müssen nur eine winzige Distanz zurücklegen, um in Haarzellen des Innenohres ihre Empfangsstation auf der Oberfläche von Vesikeln der Neurotransmitter zu erreichen. Mantas Gabrielaitis

Die beiden Max-Planck-Forscher Mantas Gabrielaitis und Professor Fred Wolf haben ein Computermodell entwickelt, das die Bewegungen der Calciumionen und die Rolle der Calcium bindenden Eiweiße mathematisch berechnet. „Wir wollten wissen, was die Haarzelle macht, um die Anweisung zur Freisetzung von Botenstoffen in der Zelle auf die richtige Stelle zu konzentrieren “, erklärt Mantas Gabrielaitis. „Dabei fanden wir heraus, dass die Calcium bindenden Eiweiße der Haarzelle helfen, das Calcium-Signal auf die Synapse zu fokussieren und so Hörreize mit minimalem Energieeinsatz an das Gehirn weiterzugeben.“

Mit dem Ergebnis ihrer Grundlagenforschung lässt sich jetzt grundsätzlich besser verstehen, wie die entscheidenden Sinneszellen des Hörsinnes „Höchstleistungen erbringen ohne Energie zu verschwenden“, betonen die Göttinger Wissenschaftler Moser und Wolf.


22.01.2015

Feinmotorik für Roboterhände

Neurowissenschaftler des Deutschen Primatenzentrums können Greifbewegungen der Hand durch die Aktivität verschiedener Gehirnzellen vorhersagen

Schnürsenkel binden, den Kaffee umrühren, Briefe schreiben, Klavier spielen. Von alltäglichen bis hin zu anspruchsvollen Tätigkeiten: Unsere Hände benutzen wir so häufig wie kein zweites Körperteil. Durch die ausgeprägte Feinmotorik sind wir in der Lage, Greifbewegungen mit unterschiedlicher Präzision und Kraftverteilung anzuwenden. Diese Fähigkeit ist ein grundlegendes Merkmal der Primatenhand. Wie Handbewegungen im Gehirn geplant werden, war bis jetzt noch weitgehend unklar. Stefan Schaffelhofer, Andres Agudelo-Toro und Hansjörg Scherberger vom Deutschen Primatenzentrum (DPZ) konnten mit ihrer jüngsten Forschung an Rhesusaffen zeigen, wie verschiedene Greifbewegungen im Gehirn gesteuert werden. Anhand elektrophysiologischer Messungen in jenen Hirnarealen, die für die Planung und Umsetzung von Handbewegungen verantwortlich sind, konnten die Wissenschaftler eine Vielzahl von Handstellungen durch die Analyse genau dieser neuronalen Signale vorhersagen. In ersten Anwendungsversuchen konnten die so entschlüsselten Grifftypen auf eine Roboterhand übertragen werden. Die Ergebnisse der Studie sollen künftig in die Entwicklung von Neuroprothesen einfließen, um gelähmten Patienten die Wiedererlangung von Handfunktionen zu ermöglichen (The Journal of Neuroscience, 2015).

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13.01.2015


Zweite Nacht des Wissens in Göttingen


Am Samstag, den 17. Januar 2015 von 17 bis 24 Uhr öffnen Universität, Universitätsklinikum und Göttingen Campus die Türen für Besucherinnen und Besucher jeden Alters. Spannende Einblicke in die Welt der Wissenschaft bieten Science Slams, Vorträge, Mitmachaktionen, Führungen, Workshops, Filme, Experimente und vieles mehr.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen der Nacht des Wissens ist frei.

Weitergehende Informationen zu Angeboten, Programm und Veranstaltungsorten der 2. Göttinger Nacht des Wissens finden Sie hier.

Die Arbeitsgruppe von Prof. Florentin Wörgötter vom Bernstein Center for Computational Neuroscience Göttingen (BCCN Göttingen) und dem Dritten Physikalischen Institut stellt bei dieser Gelegenheit Ihre Arbeit vor:

Demonstration lernender Roboter
AMOS ist einem sechsbeinigen Insekt nachempfunden und navigiert autonom in einer variablen Umwelt. Wir zeigen, wie er auf veränderte Umgebung reagiert und wie sein neuronales Netzwerk lernt, sein Verhalten anzupassen. Der zweite Roboter ähnelt einem menschlichen Arm und lernt, Schreibbewegungen zu imitieren. Besucher können dies selber ausprobieren: Er "fälscht" Ihre Unterschrift.

EXPERIMENT/VORFüHRUNG, MITMACHAKTIONEN: 17-24 Uhr, Dauer: 30 Min., Foyer

AMOS © Poramate Manoonpong and Florentin Wörgötter, University of Göttingen and Bernstein Center for Computational Neuroscience Göttingen



12.01.2015


Sport hält auch im Alter jung

Göttinger Forscherinnen untersuchen Einfluss von Sport auf die Anpassungsfähigkeit des Gehirns

Sport hat enorme Vorteile für die psychische Gesundheit: Er hebt die Stimmung, erhöht die Stressresistenz, verbessert das Gedächtnis und verlangsamt den Rückgang von kognitiven Fähigkeiten mit dem Alter. Studien mit Nagern zeigen, dass körperliche Betätigung intrinsisch belohnend wirkt: Haben die Nager Zugang zu einem Laufrad, rennen sie freiwillig viele Kilometer pro Tag. Wissenschaftlerinnen der Universität Göttingen haben herausgefunden, dass freiwilliges Rennen den Zeitraum jugendlicher Anpassungsfähigkeit im Gehirn bis ins Erwachsenenalter verlängern kann. Die Ergebnisse sind in der renommierten Fachzeitschrift Journal of Neuroscience erschienen.


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